Netzhaut, Nachstar & Glaukom

Laserbehandlungen – präzise Energie für unterschiedliche Aufgaben.

„Augenlaser“ bezeichnet nicht ein einziges Verfahren. Je nach Erkrankung stabilisieren wir die Netzhaut, öffnen eine getrübte Linsenkapsel oder beeinflussen den Kammerwasserfluss und damit den Augeninnendruck.

Ein Werkzeug, verschiedene Wirkorte

Was leistet ein medizinischer Augenlaser?

Ein Laser bündelt Lichtenergie sehr genau. Abhängig von Wellenlänge, Impulsdauer und Zielgewebe kann er eine winzige Öffnung erzeugen, Gewebe kontrolliert vernarben lassen oder biologische Reaktionen im Abflussbereich des Auges anstoßen.

Die Behandlung erfolgt meist ambulant und ohne Hautschnitt. „Ohne Schnitt“ bedeutet jedoch nicht „ohne Risiko“: Voruntersuchung, richtige Indikation, präzise Dosierung und Nachkontrolle sind entscheidend.

Sechs Behandlungswege

Welches Verfahren behandelt welche Erkrankung?

Die Verfahren unterscheiden sich in Wirkort, Ziel, Vorbereitung und Nachsorge grundlegend.

01
Retinopexie & Photokoagulation

Netzhautlaser

Laserherde erzeugen gezielte, sehr kleine Gewebereaktionen. Rund um einen Netzhautriss entsteht eine feste Vernarbung, die das Risiko einer Netzhautablösung senken soll. Bei ausgewählten Gefäßerkrankungen oder diabetischer Retinopathie werden krankhaft unterversorgte oder undichte Netzhautareale behandelt.

02
YAG-Kapsulotomie

Nachstar-Laser

Nach einer Kataraktoperation kann sich die hinter der Kunstlinse verbliebene Linsenkapsel eintrüben. Mit dem YAG-Laser wird ohne Hautschnitt eine zentrale Öffnung in diese Kapsel gesetzt, damit das Licht wieder ungehindert zur Netzhaut gelangt.

03
Selektive Laser-Trabekuloplastik (SLT)

Drucksenkender Laser

Kurze Laserimpulse wirken am natürlichen Abflussgewebe des Kammerwassers. Dadurch kann der Augeninnendruck bei Offenwinkelglaukom oder geeigneter okulärer Hypertension sinken.

04
YAG-Iridotomie (YAG-ID)

Laser-Iridotomie

Bei engem oder verschlussgefährdetem Kammerwinkel wird eine kleine Öffnung in der Regenbogenhaut angelegt. Sie gleicht Druckunterschiede zwischen den Augenkammern aus und kann einen Pupillarblock aufheben oder verhindern.

05
CPC / Cyclodiode

Cyclophotokoagulation

Laserenergie wird von außen auf den Ziliarkörper gerichtet, der das Kammerwasser produziert. Durch eine verringerte Kammerwasserbildung soll der Augeninnendruck bei ausgewählten Glaukomsituationen gesenkt werden.

06
Unterschwellige Netzhautbehandlung

Mikropulslaser

Beim Mikropulslaser wird die Energie in sehr kurzen Impulsen mit Abkühlpausen abgegeben. Die Behandlung bleibt unterhalb der sichtbaren Vernarbungsschwelle und soll das retinale Pigmentepithel anregen, Flüssigkeit wieder besser aus dem Bereich unter der Netzhaut abzutransportieren.

Mikropulslaser bei RCS / CCS

Wenn sich Flüssigkeit unter der Netzhautmitte sammelt.

Die Retinopathia centralis serosa (RCS), in Fachpublikationen häufig Chorioretinopathia centralis serosa (CCS) genannt, betrifft vor allem Makula und Aderhaut. Flüssigkeit sammelt sich unter der Netzhaut und kann verschwommenes Sehen, verzerrte Linien, eine „graue Scheibe“, veränderte Größenwahrnehmung oder vermindertes Kontrastsehen verursachen.

Viele akute Verläufe bilden sich innerhalb einiger Monate spontan zurück. Bleibt Flüssigkeit bestehen, kehrt sie wieder oder drohen chronische Schäden an Pigmentepithel und Fotorezeptoren, wird anhand von OCT und gegebenenfalls Fluoreszein- und ICG-Angiographie eine Behandlung geprüft.

01

Wie der Mikropulslaser arbeitet

Kurze Energieimpulse wechseln sich mit Abkühlphasen ab. Anders als bei der sichtbaren konventionellen Laserkoagulation soll keine dauerhafte Netzhautnarbe entstehen. Behandelt werden zuvor genau festgelegte Leckage- oder Flüssigkeitsareale.

02

Für wen er infrage kommt

Eine Behandlung kann bei ausgewählten persistierenden oder wiederkehrenden Verläufen sinnvoll sein, insbesondere wenn Bildgebung und Lage der Leckage zum Verfahren passen. Eine akute RCS wird nicht automatisch sofort gelasert.

03

Welche Alternativen bestehen

Je nach Befund kommen Beobachtung, konventionelle fokale Laserbehandlung außerhalb der Fovea oder eine photodynamische Therapie infrage. Bei chronischer RCS war die Half-dose-PDT in der PLACE-Studie dem untersuchten Mikropulsverfahren insgesamt überlegen.

04

Was nachher kontrolliert wird

Entscheidend sind Sehschärfe, Beschwerden und die Flüssigkeit im OCT. Die Wirkung entwickelt sich im Verlauf; eine erneute oder alternative Behandlung kann bei verbleibender Flüssigkeit notwendig werden.

Vor dem Laser

Erst die Ursache, dann die Behandlung.

Ähnliche Beschwerden können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Der Laser wird nur eingesetzt, wenn Diagnose und erwarteter Nutzen zusammenpassen.

01

Genaue Diagnose

Spaltlampenuntersuchung, Augenhintergrund, Augeninnendruck und Krankheitsverlauf bestimmen, ob ein Laser überhaupt sinnvoll ist.

02

Netzhaut und Makula

Bei Netzhautbehandlungen werden Pupille erweitert und Netzhautperipherie sorgfältig untersucht; OCT oder Gefäßdarstellung können ergänzen.

03

Glaukomdiagnostik

Druckwerte, Kammerwinkel, Sehnerv, Gesichtsfeld und OCT zeigen Glaukomform, Stadium und angestrebten Zieldruck.

04

Nachstar abgrenzen

Vor einer YAG-Kapsulotomie wird geprüft, ob tatsächlich die Kapseltrübung und nicht Netzhaut, Hornhaut oder Sehnerv die Sehverschlechterung verursacht.

05

Risiken einschätzen

Frühere Netzhautrisse, hohe Kurzsichtigkeit, Entzündungen, Medikamente und bisherige Operationen fließen in die Planung ein.

06

Behandlungsziel festlegen

Wir besprechen, ob der Laser Sehen verbessern, Druck senken oder vor einer drohenden Verschlechterung schützen soll.

Ambulante Behandlung

Was am Behandlungstag geschieht.

Die eigentliche Laseranwendung dauert häufig nur wenige Minuten. Vorbereitung und Kontrolle benötigen zusätzlich Zeit.

01

Voruntersuchung

Sehschärfe, Augeninnendruck und der zu behandelnde Augenabschnitt werden kontrolliert. Je nach Verfahren wird die Pupille erweitert oder verengt.

02

Betäubung mit Tropfen

Die Augenoberfläche wird örtlich betäubt. Bei vielen Verfahren wird ein Kontaktglas aufgesetzt, das das Auge ruhig hält und den Laser präzise fokussiert.

03

Laserbehandlung

Sie sitzen meist an einem Gerät ähnlich der Spaltlampe. Sie sehen Lichtblitze und hören gegebenenfalls Klickgeräusche; die Dauer hängt vom Verfahren ab.

04

Direkte Kontrolle

Nach dem Laser werden – abhängig von der Behandlung – Augeninnendruck, Netzhaut oder Reaktion des behandelten Gewebes kontrolliert.

05

Nachsorgeplan

Sie erhalten konkrete Hinweise zu Tropfen, Schonung, Kontrolltermin und Warnzeichen. Bestehende Glaukomtropfen werden nur nach ärztlicher Anweisung verändert.

Was danach unterschiedlich ist

Verfahrensbezogene Nachkontrollen.

Die Nachsorge richtet sich nach dem behandelten Gewebe und dem individuellen Risiko.

Netzhautlaser

Vernarbung braucht Zeit

Die stabilisierende Reaktion entsteht nicht sofort. Bis zur Kontrolle gelten die persönlichen Hinweise zu Belastung und Warnzeichen. Neue Blitze, viele Punkte oder ein Schatten bleiben ein Notfallzeichen.

YAG-Kapsulotomie

Sehen kann rasch klarer werden

Trübungen und kleine bewegliche Punkte können zunächst auffallen. Augeninnendruck und Netzhautrisiko bestimmen, welche Kontrollen notwendig sind.

SLT

Druckwirkung kontrollieren

Die Drucksenkung entwickelt sich nicht immer sofort. Verordnete Glaukomtropfen werden weiter verwendet, bis das behandelnde Team eine Änderung festlegt.

YAG-Iridotomie

Öffnung und Kammerwinkel prüfen

Entzündungshemmende Tropfen und eine Druckkontrolle können notwendig sein. Auch nach erfolgreicher Iridotomie bleibt die weitere Glaukomkontrolle wichtig.

CPC

Engmaschiger nachsorgen

Entzündung, Druckverlauf und Sehfunktion werden kontrolliert. Tropfen oder Tabletten dürfen erst nach ärztlicher Anweisung angepasst werden.

Für alle Verfahren

Der Befund entscheidet

Kontrollabstände und Medikamente werden individuell festgelegt. Ein gutes unmittelbares Gefühl ersetzt die geplante Nachkontrolle nicht.

Nach der Behandlung

Was vorübergehend sein kann – und was dringend ist.

Die folgenden Hinweise sind eine Orientierung. Ihre persönlichen Nachsorgeanweisungen haben Vorrang.

Häufig vorübergehend
  • verschwommenes Sehen durch Untersuchungs- oder Pupillentropfen
  • Blendempfindlichkeit und farbige Nachbilder
  • leichtes Fremdkörpergefühl nach dem Kontaktglas
  • einzelne bewegliche Punkte nach einer YAG-Behandlung
  • milde Rötung oder Druckgefühl

Fahren Sie erst wieder, wenn das Sehvermögen ausreichend hergestellt ist. Nehmen Sie verordnete Tropfen wie besprochen.

Dringende Warnzeichen
  • plötzliche deutliche Sehverschlechterung
  • starke oder zunehmende Augenschmerzen
  • starke Rötung, Übelkeit oder Kopfschmerz
  • viele neue schwarze Punkte oder Lichtblitze
  • ein dunkler Vorhang oder Schatten im Gesichtsfeld

Lassen Sie diese Beschwerden sofort augenärztlich abklären. Warten Sie nicht bis zum nächsten regulären Termin.

Orientierung bei akuten Beschwerden
Nutzen und Risiken

Was vor der Entscheidung besprochen wird.

Art und Häufigkeit möglicher Komplikationen unterscheiden sich je nach Verfahren und Ausgangsbefund.

Allgemeine Reaktionen

  • vorübergehende Entzündung oder Reizung
  • Anstieg oder Schwankung des Augeninnendrucks
  • Blendung, Nachbilder oder vorübergehend unscharfes Sehen
  • unzureichende Wirkung und erneute Behandlung
  • selten Blutung oder Schädigung benachbarter Strukturen

Netzhautbezogene Risiken

  • neue oder verstärkte bewegliche Trübungen
  • Gesichtsfeld- oder Dämmerungssehbeeinträchtigung bei umfangreicher Photokoagulation
  • Schwellung der Makula
  • trotz Behandlung Netzhautriss oder Netzhautablösung
  • selten unerwünschte Laserwirkung an der Makula

Verfahrensgrenzen

  • Laser stellt abgestorbene Sehzellen nicht wieder her
  • SLT oder CPC können zusätzliche Tropfen oder Operationen nicht immer vermeiden
  • eine Iridotomie beseitigt nicht jede Form des Winkelblocks
  • Nachstar-Laser kann andere Ursachen schlechter Sicht nicht behandeln
  • langfristige Kontrollen bleiben notwendig

Die genaue Risikoabwägung ist Teil des persönlichen Aufklärungsgesprächs. Sie hängt unter anderem von Glaukomstadium, Netzhautzustand, Kurzsichtigkeit, früheren Operationen und Begleiterkrankungen ab.

Behandlungsstandorte

Lasertherapie an zwei Standorten.

Welche Behandlung an welchem Standort erfolgt, richtet sich nach dem benötigten Verfahren und der individuellen Indikationsstellung. Die photodynamische Therapie wird auf dieser Seite als medizinische Alternative bei RCS genannt; eine etwaige Weitervermittlung oder Verfügbarkeit klären wir im persönlichen Gespräch.

OP-Zentrum & Praxis

Savignyplatz

Hier werden Netzhautlaser, YAG-Kapsulotomie, SLT, YAG-Iridotomie, CPC und Mikropulslaser angeboten.

Carmerstraße 7
10623 Berlin-Charlottenburg

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Praxis & ambulanter OP-Standort

Greifswalder Straße

YAG-Kapsulotomie, Netzhautlaser und SLT werden auch an diesem Standort durchgeführt.

Greifswalder Straße 137–138
10409 Berlin-Pankow

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Kostenübernahme

Medizinische Indikation entscheidet.

Medizinisch notwendige Laserbehandlungen können Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sein. Ob und in welchem Umfang Kosten übernommen werden, hängt jedoch vom konkreten Verfahren, der Diagnose, den vertraglichen Voraussetzungen und dem individuellen Versicherungsstatus ab.

Wir prüfen vor der Behandlung, ob es sich um eine Kassenleistung, eine genehmigungspflichtige Behandlung oder eine privat zu berechnende Leistung handelt. Eine pauschale Zusage für alle Laserarten ist nicht möglich.

Häufige Fragen

Was Patientinnen und Patienten wissen möchten.

Tut eine Laserbehandlung weh?

Die Oberfläche wird mit Tropfen betäubt. Bei SLT, YAG-Kapsulotomie und vielen Netzhautlasern werden eher Lichtblitze oder ein leichter Druck wahrgenommen. CPC kann eine intensivere Betäubung benötigen. Empfindungen unterscheiden sich individuell.

Kann ich danach sofort wieder Auto fahren?

Nein, damit sollten Sie nicht planen. Pupillenerweiterung, Blendung und vorübergehend unscharfes Sehen können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Fahren Sie erst wieder, wenn das Sehen ausreichend hergestellt und die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind.

Ersetzt SLT meine Glaukomtropfen?

Manchmal können Tropfen reduziert oder später begonnen werden. Bei anderen Menschen reicht die Drucksenkung nicht aus. Ändern Sie Ihre Tropfen nur nach der vereinbarten Druckkontrolle und ärztlichen Anweisung.

Kann ein Nachstar erneut entstehen?

Die mit dem YAG-Laser geschaffene Öffnung in der hinteren Kapsel trübt sich normalerweise nicht erneut wie ein Nachstar ein. Andere Augenerkrankungen können das Sehen später trotzdem verändern.

Verhindert ein Netzhautlaser sicher eine Ablösung?

Der Laser kann das Risiko deutlich verringern, bietet aber keine absolute Garantie. Neue Blitze, viele Punkte oder ein Schatten müssen auch nach einer Behandlung sofort untersucht werden.

Warum bleiben Kontrollen nach dem Laser notwendig?

Die Wirkung kann sich erst über Tage oder Wochen entwickeln, nachlassen oder unvollständig sein. Außerdem besteht die zugrunde liegende Netzhaut- oder Glaukomerkrankung weiter.

Medizinischer Hinweis

Diese Seite bietet allgemeine Orientierung. Welches Verfahren geeignet ist, entscheidet sich erst nach vollständiger augenärztlicher Untersuchung und persönlichem Aufklärungsgespräch.

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