Sehfunktion außerhalb des Fixationspunktes messen

Perimetrie und Gesichtsfeldmessung

Die Perimetrie misst, wie empfindlich verschiedene Bereiche Ihres Gesichtsfeldes auf Lichtreize reagieren. Sie zeigt funktionelle Ausfälle, die im Alltag lange unbemerkt bleiben können.

Das Verfahren verstehen

Sie schauen geradeaus – das Gerät prüft die Umgebung.

Während ein Auge abgedeckt ist, fixieren Sie einen zentralen Punkt. Lichtreize unterschiedlicher Helligkeit erscheinen an verschiedenen Stellen; erkannte Reize bestätigen Sie per Knopfdruck.

Aus den Antworten entsteht eine Empfindlichkeitskarte. Zuverlässigkeitswerte zeigen, ob Fixation, Reaktionsverhalten und Konzentration eine belastbare Auswertung erlauben.

Messung
Lichtempfindlichkeit im Gesichtsfeld
Mitarbeit
Fixieren und Reize bestätigen
Dauer
abhängig vom Testprogramm
Einsatz
Glaukom, Netzhaut, Neurologie, Gutachten
Gezielt eingesetzt

Welche Fragen beantwortet das Gesichtsfeld?

Testbereich und Strategie werden an die vermutete Erkrankung angepasst.

01

Glaukom

Typische bogenförmige oder nasale Ausfälle können erkannt und im Verlauf auf Fortschreiten geprüft werden.

02

Neurologische Erkrankungen

Ausfallmuster können Hinweise auf Sehbahn, Sehnerv oder Gehirnregionen geben und weitere Diagnostik lenken.

03

Netzhaut und Sehnerv

Entzündungen, Gefäßverschlüsse oder andere Schäden können lokale Funktionsverluste verursachen.

04

Gutachten

Je nach rechtlicher Fragestellung wird geprüft, ob erforderliche Gesichtsfeldgrenzen und Funktionen erfüllt sind.

Schritt für Schritt

So gelingt eine zuverlässige Messung.

Die Untersuchung ist ein Konzentrationstest – Pausen und Wiederholungen sind normal.

  1. 01

    Korrektur einsetzen

    Für die Testentfernung wird bei Bedarf ein passendes Korrekturglas verwendet; ein Auge wird abgedeckt.

  2. 02

    Mitte fixieren

    Sie schauen durchgehend auf den zentralen Punkt und bewegen die Augen nicht zu den Lichtreizen.

  3. 03

    Reize bestätigen

    Drücken Sie nur, wenn Sie einen Lichtpunkt wahrgenommen haben. Sehr schwache oder gar keine Reize gehören zum Test.

  4. 04

    Qualität bewerten

    Fixationsverluste, falsch positive oder negative Antworten und Muster werden geprüft; bei Bedarf wird wiederholt.

Befunde richtig lesen

Ein erstes Gesichtsfeld braucht häufig Bestätigung.

Müdigkeit, Lernwirkung, trockene Augen oder unpassende Korrektur können scheinbare Ausfälle erzeugen. Ein neuer Defekt wird deshalb auf Plausibilität und Reproduzierbarkeit geprüft.

Für die Glaukomkontrolle ist nicht nur die graue Karte wichtig. Trend- und Ereignisanalysen vergleichen mehrere Untersuchungen und helfen, echte Verschlechterung von normaler Schwankung zu unterscheiden.

Gut vorbereitet

Das hilft vor dem Termin.

  • ausgeruht kommen, wenn möglich
  • aktuelle Brille mitbringen
  • vor Beginn Blinzeln und Pausen mit dem Team absprechen
  • bei Unsicherheit lieber nicht raten
Häufige Fragen

Kurz und verständlich beantwortet.

Warum sind manche Lichtpunkte so schwach?

Das Gerät sucht an vielen Stellen die gerade noch wahrnehmbare Helligkeit. Deshalb müssen manche Reize sehr schwach sein oder bleiben aus.

Darf ich blinzeln?

Ja. Regelmäßiges Blinzeln hält die Augenoberfläche klar. Wenn Sie eine Pause brauchen, sagen Sie bitte Bescheid.

Warum muss die Messung wiederholt werden?

Lernwirkung und normale Schwankungen sind häufig. Erst reproduzierbare Befunde und der Verlauf erlauben eine sichere Einordnung.

Medizinischer Hinweis

Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine augenärztliche Untersuchung. Welche Untersuchung sinnvoll ist und wie ein Ergebnis zu bewerten ist, richtet sich nach Beschwerden, Vorgeschichte und persönlichem Befund.

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