Hornhautdicke präzise einordnen

Pachymetrie: Messung der Hornhautdicke

Die Pachymetrie misst die Dicke der Hornhaut in Mikrometern. Der Wert hilft, Augeninnendruckmessungen einzuordnen, strukturelle Hornhautveränderungen zu beurteilen und Eingriffe sicher zu planen.

Das Verfahren verstehen

Ein kleiner Messwert mit mehreren Bedeutungen.

Eine ungewöhnlich dünne oder dicke Hornhaut kann den gemessenen Augeninnendruck beeinflussen. Die Hornhautdicke ist aber kein einfacher Korrekturknopf: Sie wird zusammen mit Messmethode, Sehnerv, Druckverlauf und weiteren Risikofaktoren beurteilt.

Optische Tomografiesysteme erstellen berührungslos eine vollständige Dickenkarte. Bei der Ultraschall-Pachymetrie berührt eine betäubte Sonde die Hornhaut kurz und misst lokal.

Messgröße
Hornhautdicke in Mikrometern
Methoden
optisch oder Ultraschall
Kontakt
je nach Methode
Einsatz
Glaukom, Keratokonus, OP-Planung
Gezielt eingesetzt

Wann wird die Hornhautdicke gebraucht?

Je nach Fragestellung ist ein Zentralwert oder eine vollständige Dickenkarte sinnvoll.

01

Glaukom

Die zentrale Dicke unterstützt die Einordnung des gemessenen Augeninnendrucks und des individuellen Risikoprofils.

02

Keratokonus

Dünnste Stelle, Dickenverteilung und Veränderung im Verlauf sind wichtige Bestandteile der Tomografie.

03

Refraktive Chirurgie

Vor einer Laserkorrektur wird geprüft, ob ausreichend stabiles Hornhautgewebe vorhanden ist.

04

Hornhauterkrankungen

Schwellungen oder Verdünnungen können objektiv dokumentiert und im Verlauf verglichen werden.

Schritt für Schritt

So wird die Dicke gemessen.

Die gewählte Methode richtet sich nach Gerät und klinischer Frage.

  1. 01

    Optische Messung

    Sie fixieren ein Ziel, während das Gerät berührungslos Schnittbilder und eine Dickenkarte berechnet.

  2. 02

    Ultraschall vorbereiten

    Bei Kontaktmessung wird die Augenoberfläche mit Tropfen betäubt.

  3. 03

    Mehrfach messen

    Zentrierung und übereinstimmende Werte werden kontrolliert; zu starker Sondendruck wird vermieden.

  4. 04

    Zusammen einordnen

    Dicke, Hornhautform, Druckmessung und übriger Befund werden gemeinsam bewertet.

Befunde richtig lesen

Keine pauschale Druckkorrektur nach Tabelle.

Dicke Hornhäute können bei manchen Druckmessverfahren höhere, dünne Hornhäute niedrigere Werte begünstigen. Biomechanische Eigenschaften spielen zusätzlich eine Rolle, weshalb eine starre Addition oder Subtraktion den tatsächlichen Augeninnendruck nicht zuverlässig berechnet.

Für Verlaufskontrollen sollten Methode, Gerät und Messbedingungen möglichst vergleichbar sein.

Gut vorbereitet

Das hilft vor dem Termin.

  • Kontaktlinsen nach Anweisung entfernen
  • Augentropfen wie verordnet weiterverwenden
  • frühere Pachymetrie- oder Tomografiewerte mitbringen
  • bei Kontaktmessung nicht am Auge reiben, solange die Betäubung wirkt
Häufige Fragen

Kurz und verständlich beantwortet.

Ist eine dünne Hornhaut krank?

Nicht automatisch. Hornhautdicke variiert individuell. Entscheidend sind Form, Struktur, Verlauf und die jeweilige klinische Fragestellung.

Wird mein Augeninnendruck mathematisch korrigiert?

Wir berücksichtigen die Hornhautdicke, verwenden aber keine pauschale Rechenkorrektur als Ersatz für die Gesamtbeurteilung.

Ist die Messung schmerzhaft?

Optische Messungen sind berührungslos. Bei Ultraschall wird die Oberfläche betäubt, sodass der kurze Kontakt normalerweise nicht schmerzt.

Medizinischer Hinweis

Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine augenärztliche Untersuchung. Welche Untersuchung sinnvoll ist und wie ein Ergebnis zu bewerten ist, richtet sich nach Beschwerden, Vorgeschichte und persönlichem Befund.

Medizinische Grundlagen

Quellen und weiterführende Informationen.

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