Mikrometerfeine Schichtbilder ohne Berührung

Optische Kohärenztomographie (OCT)

Die OCT erstellt hochauflösende Querschnittsbilder von Netzhaut und Sehnerv mit Licht. Sie macht Flüssigkeit, Schichtveränderungen und Nervenfaserverluste sichtbar, die bei der normalen Betrachtung des Augenhintergrunds nicht immer erkennbar sind.

Das Verfahren verstehen

Ein optischer Schnitt durch die Netzhaut.

Das Gerät sendet schwaches, für die Untersuchung unsichtbares Licht in das Auge und wertet dessen Reflexion aus. Daraus entstehen Schichtbilder und Dickenkarten – ähnlich einem Schnittbild, aber ohne Röntgenstrahlung und ohne Kontakt mit dem Auge.

Für die Beurteilung sind Rohbilder, automatische Segmentierung, Signalqualität und der Vergleich mit früheren Aufnahmen wichtig. Ein farbiger Gerätehinweis allein ist keine Diagnose.

Technik
Bildgebung mit Licht
Kontakt
berührungslos
Dauer
meist wenige Minuten
Einsatz
Makula, Sehnerv, Vorderabschnitt
Gezielt eingesetzt

Was kann die OCT darstellen?

Das Scanprotokoll wird an die Fragestellung angepasst.

01

Makula

Flüssigkeit, Schwellungen, Membranen, Makulaforamen und Veränderungen bei AMD lassen sich schichtgenau beurteilen.

02

Glaukom

Nervenfaserschicht und Strukturen am Sehnerv werden vermessen und über die Zeit auf Veränderungen geprüft.

03

Diabetes und Gefäßverschlüsse

Ein Makulaödem wird messbar; Verlauf und Ansprechen auf eine Behandlung lassen sich dokumentieren.

04

Hornhaut und Vorderabschnitt

Geeignete Systeme können Hornhaut, Vorderkammer und Kammerwinkel als Querschnitt darstellen.

Schritt für Schritt

So läuft eine OCT-Messung ab.

Die Aufnahme ist schmerzfrei und benötigt vor allem einen ruhigen Blick.

  1. 01

    Positionieren

    Kinn und Stirn liegen am Gerät an; Brille oder Kontaktlinsen werden je nach Messung abgenommen.

  2. 02

    Fixieren

    Sie schauen auf ein Ziellicht. Das Gerät führt einen oder mehrere Scans durch.

  3. 03

    Qualität prüfen

    Wir kontrollieren Zentrierung, Signalstärke, Bewegung und die automatische Erkennung der Gewebeschichten.

  4. 04

    Verlauf vergleichen

    Aktuelle und frühere Aufnahmen werden zusammen mit Sehschärfe und klinischem Befund bewertet.

Befunde richtig lesen

Das Bild ist nur so gut wie Aufnahme und Einordnung.

Dickenwerte werden mit einer Referenzdatenbank verglichen. Anatomische Besonderheiten, hohe Kurzsichtigkeit, Trübungen oder fehlerhafte Schichtgrenzen können dabei scheinbar auffällige Werte erzeugen.

Für Verlaufskontrollen sind möglichst gleiche Scanposition, gute Qualität und vergleichbare Geräteprotokolle wichtig. Kleine Unterschiede bedeuten nicht automatisch eine echte Verschlechterung.

Gut vorbereitet

Das hilft vor dem Termin.

  • meist keine besondere Vorbereitung
  • Kontaktlinsen gegebenenfalls kurz entfernen
  • frühere OCT-Ausdrucke oder Datenträger mitbringen
  • bei geplanter Pupillenerweiterung nicht selbst zurückfahren
Häufige Fragen

Kurz und verständlich beantwortet.

Ist eine OCT schädlich?

Die OCT arbeitet mit Licht und ohne ionisierende Strahlung. Sie ist berührungslos und kann bei Bedarf wiederholt werden.

Warum zahlt die Krankenkasse nicht jede OCT?

Die Erstattung hängt von Diagnose, Fragestellung und Versicherungsvertrag ab. Wir informieren Sie vorab, wenn die Untersuchung als individuelle Gesundheitsleistung angeboten wird.

Kann die OCT ein Glaukom sicher ausschließen?

Nein. Sie ist ein wichtiger Baustein, muss aber mit Sehnervbefund, Augeninnendruck, Gesichtsfeld und Risikofaktoren zusammen beurteilt werden.

Medizinischer Hinweis

Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine augenärztliche Untersuchung. Welche Untersuchung sinnvoll ist und wie ein Ergebnis zu bewerten ist, richtet sich nach Beschwerden, Vorgeschichte und persönlichem Befund.

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