Stoffwechselspuren der Netzhaut sichtbar machen

Fundus-Autofluoreszenz (FAF)

Die Fundus-Autofluoreszenz nutzt die natürliche Fluoreszenz bestimmter Stoffwechselprodukte im retinalen Pigmentepithel. Sie kommt ohne Farbstoffinjektion aus und zeigt charakteristische Muster bei verschiedenen Netzhaut- und Makulaerkrankungen.

Das Verfahren verstehen

Eigenleuchten statt injiziertem Farbstoff.

Kurzwelliges Licht regt natürlich vorkommende Moleküle im Augenhintergrund an. Das zurückgesendete Fluoreszenzsignal wird als Graustufen- oder Falschfarbenbild dargestellt.

Helle und dunkle Bereiche können auf veränderten Stoffwechsel, Ansammlungen, Abschattung oder Verlust von Pigmentepithel hinweisen. Die genaue Bedeutung hängt von Erkrankung und Vergleich mit OCT, Fundusbild und Verlauf ab.

Verfahren
Autofluoreszenz ohne Injektion
Kontakt
berührungslos
Pupillenerweiterung
häufig sinnvoll
Zielstruktur
retinales Pigmentepithel
Gezielt eingesetzt

Wofür wird FAF eingesetzt?

Typische Muster unterstützen Diagnose und Verlaufskontrolle.

01

Geografische Atrophie

Ausdehnung und Randzonen atrophischer Bereiche bei trockener AMD lassen sich dokumentieren.

02

Erbliche Netzhauterkrankungen

Bestimmte Dystrophien zeigen charakteristische Verteilungsmuster, die weitere Diagnostik lenken können.

03

Entzündliche Veränderungen

Aktive und abgelaufene Prozesse können unterschiedliche Autofluoreszenzmuster hinterlassen.

04

Medikamentöse Toxizität

Bei ausgewählten Wirkstoffen unterstützt FAF zusammen mit OCT und Funktionstests die Verlaufskontrolle.

Schritt für Schritt

So entsteht eine FAF-Aufnahme.

Die Untersuchung ähnelt einer Fundusfotografie.

  1. 01

    Pupille vorbereiten

    Je nach Gerät und Fragestellung wird die Pupille erweitert.

  2. 02

    Fixieren

    Sie schauen auf ein Ziellicht, während das Gerät den gewünschten Netzhautbereich erfasst.

  3. 03

    Signal prüfen

    Fokus, Beleuchtung, Lidschatten und Trübungen werden kontrolliert.

  4. 04

    Muster vergleichen

    FAF wird mit Farbfoto, OCT, Voraufnahmen und klinischem Befund zusammen ausgewertet.

Befunde richtig lesen

Hell und dunkel sind keine eigenständigen Diagnosen.

Erhöhte Autofluoreszenz kann verschiedene Ursachen haben; verminderte Signale entstehen unter anderem durch Gewebeverlust oder Abschattung. Daher ist die Zuordnung zur Netzhautschicht und zum klinischen Bild entscheidend.

Der größte Nutzen entsteht häufig im Verlauf: Stabilität, Ausdehnung oder neue Randzonen werden auf vergleichbaren Aufnahmen sichtbar.

Gut vorbereitet

Das hilft vor dem Termin.

  • meist keine besondere Vorbereitung
  • bei geplanter Pupillenerweiterung Abholung organisieren
  • frühere Netzhautaufnahmen mitbringen
  • Medikamentenliste bei Toxizitätskontrollen
Häufige Fragen

Kurz und verständlich beantwortet.

Wird dabei ein Farbstoff gespritzt?

Nein. FAF nutzt die natürliche Fluoreszenz von Strukturen im Augenhintergrund.

Ist FAF dasselbe wie Fluoreszenzangiografie?

Nein. Die Angiografie untersucht nach Farbstoffgabe vor allem Gefäßfüllung und Leckagen. FAF bildet natürliche Fluoreszenzmuster des Pigmentepithels ab.

Warum brauche ich zusätzlich eine OCT?

OCT ordnet Veränderungen den einzelnen Netzhautschichten zu und ergänzt damit das flächige FAF-Muster.

Medizinischer Hinweis

Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine augenärztliche Untersuchung. Welche Untersuchung sinnvoll ist und wie ein Ergebnis zu bewerten ist, richtet sich nach Beschwerden, Vorgeschichte und persönlichem Befund.

Medizinische Grundlagen

Quellen und weiterführende Informationen.

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