Netzhautgefäße und Leckagen sichtbar machen

Fluoreszenzangiografie der Netzhaut

Die Fluoreszenzangiografie zeigt, wie sich ein Farbstoff durch die Blutgefäße von Netzhaut und Aderhaut verteilt. Dadurch werden Durchblutungsstörungen, undichte Gefäße und Gefäßneubildungen sichtbar.

Das Verfahren verstehen

Eine zeitliche Bildserie statt eines einzelnen Fotos.

Nach der Gabe von Fluoreszein in eine Armvene erreicht der Farbstoff in kurzer Zeit das Auge. Eine Spezialkamera fotografiert den Augenhintergrund in frühen und späten Phasen. Entscheidend ist nicht nur, wo der Farbstoff erscheint, sondern auch wann und ob er aus Gefäßen austritt.

Die Untersuchung ergänzt OCT und augenärztlichen Netzhautbefund. Sie wird vor allem eingesetzt, wenn Gefäßaktivität, Durchblutung oder die genaue Lage einer Leckage für Diagnose oder Therapieplanung wichtig sind.

Verfahren
Farbstoff und fotografische Bildserie
Zugang
Armvene
Pupillenerweiterung
meist erforderlich
Fahrtüchtigkeit
danach häufig eingeschränkt
Gezielt eingesetzt

Wann ist die Untersuchung besonders hilfreich?

Die Indikation wird nach Netzhautbefund und Fragestellung gestellt.

01

Feuchte AMD

Leckagen und krankhafte Gefäßneubildungen können genauer lokalisiert und hinsichtlich ihrer Aktivität beurteilt werden.

02

Diabetische Retinopathie

Undichte Gefäße, Durchblutungsausfälle und Gefäßneubildungen werden für Stadieneinteilung und Therapieplanung dokumentiert.

03

Gefäßverschlüsse

Die Bildserie kann zeigen, welche Netzhautbereiche unzureichend durchblutet sind und wo Flüssigkeit austritt.

04

Entzündungen und unklare Befunde

Bestimmte entzündliche oder vaskuläre Veränderungen lassen sich durch typische Färbe- und Leckagemuster besser einordnen.

Schritt für Schritt

So entsteht die Angiografie.

Vor der Untersuchung klären wir Allergien, Medikamente, Schwangerschaft und relevante Vorerkrankungen.

  1. 01

    Pupillen erweitern

    Augentropfen erweitern die Pupille, damit Netzhaut und Gefäße gut abgebildet werden können.

  2. 02

    Venenzugang legen

    Über eine Vene am Arm wird der wasserlösliche Farbstoff verabreicht.

  3. 03

    Bildserie aufnehmen

    Die Kamera erstellt in genau festgelegten Zeitabschnitten Aufnahmen beider Augen.

  4. 04

    Phasen auswerten

    Füllungsverzögerungen, Blockaden, Leckagen und Färbemuster werden mit OCT und Untersuchungsbefund verglichen.

Befunde richtig lesen

FLA und OCT beantworten unterschiedliche Fragen.

Die Angiografie zeigt vor allem Gefäßdurchblutung und Farbstoffaustritt. Die OCT zeigt dagegen die Struktur einzelner Netzhautschichten und Flüssigkeit im Gewebe. Häufig liefern beide Verfahren zusammen die entscheidende Information.

Vorübergehende Übelkeit ist möglich; Haut und Urin können sich für einige Stunden gelblich verfärben. Allergische Reaktionen sind selten, schwere Reaktionen sehr selten. Deshalb erfolgt die Untersuchung mit entsprechender Vorbereitung und Überwachung.

Gut vorbereitet

Das hilft vor dem Termin.

  • aktuelle Medikamentenliste
  • bekannte Allergien und frühere Farbstoffreaktionen mitteilen
  • Schwangerschaft oder Stillzeit vorab angeben
  • Abholung organisieren, da die Pupillen meist erweitert werden
Häufige Fragen

Kurz und verständlich beantwortet.

Tut die Farbstoffgabe weh?

Der Einstich entspricht einer Blutabnahme. Während der Injektion kann kurz Wärme oder Übelkeit auftreten.

Ist Fluoreszein ein Röntgenkontrastmittel?

Nein. Es handelt sich um einen fluoreszierenden Farbstoff; die Aufnahmen verwenden Licht und keine Röntgenstrahlung.

Warum wird zusätzlich eine OCT gemacht?

Beide Verfahren ergänzen sich: Die Angiografie zeigt Gefäßaktivität und Leckagen, die OCT zeigt Netzhautschichten und Flüssigkeitsräume.

Medizinischer Hinweis

Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine augenärztliche Untersuchung. Welche Untersuchung sinnvoll ist und wie ein Ergebnis zu bewerten ist, richtet sich nach Beschwerden, Vorgeschichte und persönlichem Befund.

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