Eine Katarakt, auch Grauer Star genannt, ist eine Eintrübung der natürlichen Augenlinse. Das Sehen wird häufig unscharf, kontrastärmer und blendempfindlicher. Wenn die Einschränkung im Alltag zunimmt, kann eine Operation sinnvoll werden. Dabei wird die getrübte Linse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt.
Im MVZ Ihre Augenärzte legen wir Wert auf eine verständliche Aufklärung, eine sorgfältige Voruntersuchung und eine transparente Trennung zwischen gesetzlicher Versorgung, freiwilliger Zusatzdiagnostik und individuellen Linsenoptionen.
Die natürliche Augenlinse ist normalerweise klar und bündelt das einfallende Licht, damit auf der Netzhaut ein scharfes Bild entsteht. Bei einer Katarakt trübt sich diese Linse zunehmend ein. Deshalb wird die Erkrankung umgangssprachlich Grauer Star genannt.
Eine Katarakt entwickelt sich meistens langsam. Nicht jede Linsentrübung muss sofort operiert werden. Entscheidend ist, wie stark das Sehen im Alltag beeinträchtigt ist und ob eine Operation aus augenärztlicher Sicht sinnvoll erscheint.
Wenn eine Katarakt deutlich stört, ist die Operation die wirksame Behandlung. Dabei wird die getrübte natürliche Linse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Diese Kunstlinse bleibt dauerhaft im Auge.
Vor einer Operation besprechen wir mit Ihnen, welche Sehziele realistisch sind. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, ob nach der Operation vor allem das Sehen in der Ferne, im Zwischenbereich oder in mehreren Entfernungen unterstützt werden soll.
Wichtig ist, dass keine Kunstlinse alle optischen Wünsche ohne mögliche Kompromisse erfüllen kann. Deshalb ist die individuelle Beratung vor der Operation besonders wichtig.
Vor jeder Kataraktoperation prüfen wir sorgfältig, welche Befunde für die Operationsplanung wichtig sind. Ziel der Voruntersuchung ist es, die Katarakt zu beurteilen, die Kunstlinse möglichst präzise zu berechnen, Begleiterkrankungen zu erkennen und gemeinsam mit Ihnen eine passende Linsenstrategie festzulegen.
Bei der Kataraktoperation wird die getrübte natürliche Linse durch eine Kunstlinse ersetzt. Diese Kunstlinse kann unterschiedliche optische Eigenschaften haben. Welche Linse sinnvoll ist, hängt von den medizinischen Befunden, der Hornhaut, der Netzhaut, dem Sehnerv, den Sehgewohnheiten, beruflichen Anforderungen, Hobbys und persönlichen Erwartungen ab.
Unser Ziel ist keine pauschale Empfehlung, sondern eine individuelle Linsenberatung.
Premiumlinsen sind spezielle Intraokularlinsen mit zusätzlichem optischem Nutzen, z. B. torische, EDOF- oder multifokale Linsen.
Wenn eine Premiumlinse medizinisch und persönlich sinnvoll ist, beraten wir Sie individuell. Die Linse berechnen wir zum tatsächlichen Einkaufspreis weiter – ohne zusätzlichen Aufschlag oder pauschale Marge. Unser Fokus liegt auf ehrlicher Beratung statt Verkaufsargumenten.
Die monofokale Linse besitzt einen Brennpunkt. Sie ist darauf ausgelegt, in einer bestimmten Entfernung ein möglichst klares Sehen zu ermöglichen, häufig in der Ferne. Für andere Entfernungen, insbesondere zum Lesen, wird meist weiterhin eine Brille benötigt.
Die asphärische Optik ist so gestaltet, dass bestimmte Abbildungsfehler reduziert werden können. Dadurch kann eine gute optische Qualität und ein stabiles Kontrastsehen unterstützt werden.
Im MVZ Ihre Augenärzte ist die Standardlinse bei der Operation des Grauen Stars eine monofokale asphärische Intraokularlinse. Sie steht als klare Linse oder als Linse mit Blaufilter zur Verfügung. Diese Linse wird nicht als kostenpflichtige Premiumlinse berechnet oder vermarktet.
Eine torische Linse kann eine relevante regelmäßige Hornhautverkrümmung ausgleichen. Sie besitzt zusätzlich zur normalen Linsenwirkung eine zylindrische optische Korrektur. Damit kann sie helfen, die Fernsicht ohne Brille zu verbessern und die Brillenabhängigkeit zu reduzieren.
Wichtig ist die genaue Vermessung der Hornhaut und die präzise Ausrichtung der Linse im Auge. Deshalb ist bei torischen Linsen die Voruntersuchung besonders relevant.
Eine torische Linse ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine regelmäßige Hornhautverkrümmung vorliegt. Bei unregelmäßiger Hornhaut, bestimmten Hornhauterkrankungen oder anderen Augenbefunden muss individuell geprüft werden, ob diese Linse geeignet ist.
Monofokal Plus Linsen sind weiterentwickelte monofokale Linsen. Sie haben ebenfalls keinen klassischen Mehrfokus Aufbau, können aber den nutzbaren Sehbereich etwas erweitern. Dadurch kann insbesondere das Sehen im Zwischenbereich, zum Beispiel am Bildschirm, unterstützt werden.
Der Vorteil liegt darin, dass die optischen Nebenwirkungen häufig näher an denen einer klassischen Monofokallinse liegen als bei stärker multifokalen Linsen. Eine Lesebrille ist aber in der Regel weiterhin erforderlich.
EDOF steht für Extended Depth of Focus. Diese Linsen erzeugen keinen klassischen einzelnen Nah und Fern Brennpunkt, sondern einen verlängerten Fokusbereich. Dadurch kann der nutzbare Sehbereich über die reine Ferne hinaus erweitert werden, besonders im Zwischenbereich, zum Beispiel bei Bildschirmarbeit, Armaturen, Kochen oder Alltagssituationen in mittlerer Distanz.
Eine EDOF Linse kann die Brillenabhängigkeit reduzieren, ersetzt aber nicht zwingend die Lesebrille. Für sehr kleine Schrift oder längeres Lesen kann weiterhin eine Nahbrille erforderlich sein.
Im Vergleich zu multifokalen Linsen können EDOF Linsen je nach Design weniger störende Lichtphänomene verursachen. Trotzdem sind Blendung, Halos oder reduziertes Kontrastsehen möglich und müssen vorab besprochen werden.
Multifokale Linsen verteilen das einfallende Licht auf mehrere Brennpunkte. Dadurch kann Sehen in mehreren Entfernungen unterstützt werden, zum Beispiel in der Ferne und in der Nähe. Je nach Linsendesign kann auch der Zwischenbereich berücksichtigt werden.
Das Ziel ist eine möglichst geringe Brillenabhängigkeit. Gleichzeitig bedeutet die Lichtverteilung auf mehrere Brennpunkte einen optischen Kompromiss. Manche Patientinnen und Patienten bemerken Halos, Blendung, Lichtkränze oder ein reduziertes Kontrastsehen, besonders bei Dunkelheit oder Nachtfahrten.
Multifokale Linsen sind deshalb nicht für jedes Auge geeignet. Besonders wichtig sind eine gesunde Netzhautmitte, eine geeignete Hornhaut, ein realistisches Erwartungsprofil und eine sorgfältige individuelle Beratung.
Trifokale Linsen sind eine Form multifokaler Linsen. Sie sind darauf ausgelegt, drei Sehbereiche zu unterstützen: Ferne, Zwischenbereich und Nähe. Dadurch können sie eine besonders hohe Brillenunabhängigkeit ermöglichen.
Der optische Vorteil ist ein breiter Sehbereich. Der mögliche Nachteil ist, dass Licht auf mehrere Bereiche verteilt wird. Dadurch können Kontrastsehen, Dämmerungssehen und Nachtsehen beeinträchtigt sein. Halos und Blendempfindlichkeit müssen vor der Entscheidung offen besprochen werden.
*die präoperativen Diagnostik wird auf Grundlage definierter
GOÄ Positionen berechnet. Weitere Informationen in unserem FAQ
Die Kosten werden vorab schriftlich erläutert. Die Entscheidung für diese zusätzliche Diagnostik ist freiwillig und wird klar von der gesetzlichen Versorgung abgegrenzt. Die medizinisch notwendige Kataraktoperation ist nicht davon abhängig, dass eine freiwillige Zusatzdiagnostik oder eine besondere Linse gewählt wird.
Die optische Biometrie dient der präzisen Vermessung des Auges und unterstützt die Berechnung der Kunstlinse sowie der angestrebten Zielrefraktion.
Das Makula OCT ist eine hochauflösende Schnittbildaufnahme der Netzhautmitte. Es hilft zu erkennen, ob Veränderungen der Makula vorliegen, die das spätere Sehergebnis beeinflussen könnten.
Diese Untersuchungen zeigen Form, Regelmäßigkeit und Krümmung der Hornhaut. Das ist besonders wichtig, wenn eine Hornhautverkrümmung besteht oder wenn eine individuelle Linsenoption geprüft werden soll.
Die Endothelzellmessung beurteilt die Zellschicht an der Innenseite der Hornhaut. Sie hilft einzuschätzen, ob die Hornhaut über ausreichende Reserven verfügt und ob ein erhöhtes Risiko für eine verzögerte Hornhautaufklarung nach der Operation bestehen könnte.
Die passende Linse ist keine reine Komfortentscheidung. Sie hängt immer vom medizinischen Befund und von Ihren persönlichen Sehgewohnheiten ab.
Wir berücksichtigen insbesondere:
Eine Premiumlinse ist nicht automatisch die bessere Linse. Sie ist nur dann sinnvoll, wenn der optische Zusatznutzen zum Auge, zum Alltag und zu den Erwartungen passt.
GOÄ steht für Gebührenordnung für Ärzte. Darin ist festgelegt, wie bestimmte ärztliche Leistungen abgerechnet werden. Wenn eine Untersuchung nicht automatisch von der Krankenkasse übernommen wird, kann sie auf Grundlage der GOÄ privat berechnet werden.
Bei der erweiterten präoperativen Diagnostik bedeutet das: Die einzelnen Messungen und Untersuchungen werden transparent nach festgelegten GOÄ-Positionen aufgeschlüsselt. Vor der Durchführung erhalten Sie eine verständliche Kosteninformation und können in Ruhe entscheiden, ob Sie die zusätzliche Diagnostik wünschen.