Katarakt (Grauer Star)

moderne Diagnostik und individuelle Linsenwahl

Eine Katarakt, auch Grauer Star genannt, ist eine Eintrübung der natürlichen Augenlinse. Das Sehen wird häufig unscharf, kontrastärmer und blendempfindlicher. Wenn die Einschränkung im Alltag zunimmt, kann eine Operation sinnvoll werden. Dabei wird die getrübte Linse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt.

Im MVZ Ihre Augenärzte legen wir Wert auf eine verständliche Aufklärung, eine sorgfältige Voruntersuchung und eine transparente Trennung zwischen gesetzlicher Versorgung, freiwilliger Zusatzdiagnostik und individuellen Linsenoptionen.

Chirurg operiert Auge mit Mikroskop, Assistentin dokumentiert auf Tablet, Bildschirm zeigt vergrößertes Auge.
Nahaufnahme eines menschlichen Auges mit detaillierter Iris in Blau-, Grün- und Brauntönen.

Was ist eine Katarakt?

Die natürliche Augenlinse ist normalerweise klar und bündelt das einfallende Licht, damit auf der Netzhaut ein scharfes Bild entsteht. Bei einer Katarakt trübt sich diese Linse zunehmend ein. Deshalb wird die Erkrankung umgangssprachlich Grauer Star genannt.

Eine Katarakt entwickelt sich meistens langsam. Nicht jede Linsentrübung muss sofort operiert werden. Entscheidend ist, wie stark das Sehen im Alltag beeinträchtigt ist und ob eine Operation aus augenärztlicher Sicht sinnvoll erscheint.

  1. Verschwommenes oder nebliges Sehen
  2. Nachlassende Sehschärfe
  3. Geringere Kontraste
  4. Blassere Farben
  5. Stärkere Blendempfindlichkeit, zum Beispiel bei Sonne, Scheinwerfern oder Nachtfahrten
  6. Häufig wechselnde Brillenwerte
  7. Zunehmende Unsicherheit beim Lesen, Autofahren oder in unbekannter Umgebung

Wie wird der Graue Star behandelt?

Wenn eine Katarakt deutlich stört, ist die Operation die wirksame Behandlung. Dabei wird die getrübte natürliche Linse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Diese Kunstlinse bleibt dauerhaft im Auge.

Vor einer Operation besprechen wir mit Ihnen, welche Sehziele realistisch sind. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, ob nach der Operation vor allem das Sehen in der Ferne, im Zwischenbereich oder in mehreren Entfernungen unterstützt werden soll.

Wichtig ist, dass keine Kunstlinse alle optischen Wünsche ohne mögliche Kompromisse erfüllen kann. Deshalb ist die individuelle Beratung vor der Operation besonders wichtig.

Die Katarakt Voruntersuchung bei Ihre Augenärzte

Vor jeder Kataraktoperation prüfen wir sorgfältig, welche Befunde für die Operationsplanung wichtig sind. Ziel der Voruntersuchung ist es, die Katarakt zu beurteilen, die Kunstlinse möglichst präzise zu berechnen, Begleiterkrankungen zu erkennen und gemeinsam mit Ihnen eine passende Linsenstrategie festzulegen.

  1. Die augenärztliche Untersuchung der vorderen und hinteren Augenabschnitte
  2. Die Beurteilung der Sehschärfe und der aktuellen Beschwerden
  3. Die Vermessung des Auges zur Berechnung der Kunstlinse
  4. Die Einschätzung von Hornhaut, Netzhautmitte und Hornhautendothel
  5. Die Beratung zu Linsenoptionen, Brillenbedarf und realistischen Erwartungen
  6. Die schriftliche und transparente Kostenaufklärung, falls freiwillige Zusatzleistungen oder besondere Linsenoptionen infrage kommen
  7.  

Alles Linsenoptionen im Überblick

Bei der Kataraktoperation wird die getrübte natürliche Linse durch eine Kunstlinse ersetzt. Diese Kunstlinse kann unterschiedliche optische Eigenschaften haben. Welche Linse sinnvoll ist, hängt von den medizinischen Befunden, der Hornhaut, der Netzhaut, dem Sehnerv, den Sehgewohnheiten, beruflichen Anforderungen, Hobbys und persönlichen Erwartungen ab.

Unser Ziel ist keine pauschale Empfehlung, sondern eine individuelle Linsenberatung.

Premium Linsen

Premiumlinsen sind spezielle Intraokularlinsen mit zusätzlichem optischem Nutzen, z. B. torische, EDOF- oder multifokale Linsen.

Wenn eine Premiumlinse medizinisch und persönlich sinnvoll ist, beraten wir Sie individuell. Die Linse berechnen wir zum tatsächlichen Einkaufspreis weiter – ohne zusätzlichen Aufschlag oder pauschale Marge. Unser Fokus liegt auf ehrlicher Beratung statt Verkaufsargumenten.

Monofokale asphärische Standardlinse

Die monofokale Linse besitzt einen Brennpunkt. Sie ist darauf ausgelegt, in einer bestimmten Entfernung ein möglichst klares Sehen zu ermöglichen, häufig in der Ferne. Für andere Entfernungen, insbesondere zum Lesen, wird meist weiterhin eine Brille benötigt.

Die asphärische Optik ist so gestaltet, dass bestimmte Abbildungsfehler reduziert werden können. Dadurch kann eine gute optische Qualität und ein stabiles Kontrastsehen unterstützt werden.

Im MVZ Ihre Augenärzte ist die Standardlinse bei der Operation des Grauen Stars eine monofokale asphärische Intraokularlinse. Sie steht als klare Linse oder als Linse mit Blaufilter zur Verfügung. Diese Linse wird nicht als kostenpflichtige Premiumlinse berechnet oder vermarktet.

Torische Linse bei Hornhautverkrümmung

Eine torische Linse kann eine relevante regelmäßige Hornhautverkrümmung ausgleichen. Sie besitzt zusätzlich zur normalen Linsenwirkung eine zylindrische optische Korrektur. Damit kann sie helfen, die Fernsicht ohne Brille zu verbessern und die Brillenabhängigkeit zu reduzieren.

Wichtig ist die genaue Vermessung der Hornhaut und die präzise Ausrichtung der Linse im Auge. Deshalb ist bei torischen Linsen die Voruntersuchung besonders relevant.

Eine torische Linse ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine regelmäßige Hornhautverkrümmung vorliegt. Bei unregelmäßiger Hornhaut, bestimmten Hornhauterkrankungen oder anderen Augenbefunden muss individuell geprüft werden, ob diese Linse geeignet ist.

Monofokal Plus Linse

Monofokal Plus Linsen sind weiterentwickelte monofokale Linsen. Sie haben ebenfalls keinen klassischen Mehrfokus Aufbau, können aber den nutzbaren Sehbereich etwas erweitern. Dadurch kann insbesondere das Sehen im Zwischenbereich, zum Beispiel am Bildschirm, unterstützt werden.

Der Vorteil liegt darin, dass die optischen Nebenwirkungen häufig näher an denen einer klassischen Monofokallinse liegen als bei stärker multifokalen Linsen. Eine Lesebrille ist aber in der Regel weiterhin erforderlich.

EDOF Linse, erweiterte Tiefenschärfe

EDOF steht für Extended Depth of Focus. Diese Linsen erzeugen keinen klassischen einzelnen Nah und Fern Brennpunkt, sondern einen verlängerten Fokusbereich. Dadurch kann der nutzbare Sehbereich über die reine Ferne hinaus erweitert werden, besonders im Zwischenbereich, zum Beispiel bei Bildschirmarbeit, Armaturen, Kochen oder Alltagssituationen in mittlerer Distanz.

Eine EDOF Linse kann die Brillenabhängigkeit reduzieren, ersetzt aber nicht zwingend die Lesebrille. Für sehr kleine Schrift oder längeres Lesen kann weiterhin eine Nahbrille erforderlich sein.

Im Vergleich zu multifokalen Linsen können EDOF Linsen je nach Design weniger störende Lichtphänomene verursachen. Trotzdem sind Blendung, Halos oder reduziertes Kontrastsehen möglich und müssen vorab besprochen werden.

Multifokale Linse

Multifokale Linsen verteilen das einfallende Licht auf mehrere Brennpunkte. Dadurch kann Sehen in mehreren Entfernungen unterstützt werden, zum Beispiel in der Ferne und in der Nähe. Je nach Linsendesign kann auch der Zwischenbereich berücksichtigt werden.

Das Ziel ist eine möglichst geringe Brillenabhängigkeit. Gleichzeitig bedeutet die Lichtverteilung auf mehrere Brennpunkte einen optischen Kompromiss. Manche Patientinnen und Patienten bemerken Halos, Blendung, Lichtkränze oder ein reduziertes Kontrastsehen, besonders bei Dunkelheit oder Nachtfahrten.

Multifokale Linsen sind deshalb nicht für jedes Auge geeignet. Besonders wichtig sind eine gesunde Netzhautmitte, eine geeignete Hornhaut, ein realistisches Erwartungsprofil und eine sorgfältige individuelle Beratung.

Trifokale Linse

Trifokale Linsen sind eine Form multifokaler Linsen. Sie sind darauf ausgelegt, drei Sehbereiche zu unterstützen: Ferne, Zwischenbereich und Nähe. Dadurch können sie eine besonders hohe Brillenunabhängigkeit ermöglichen.

Der optische Vorteil ist ein breiter Sehbereich. Der mögliche Nachteil ist, dass Licht auf mehrere Bereiche verteilt wird. Dadurch können Kontrastsehen, Dämmerungssehen und Nachtsehen beeinträchtigt sein. Halos und Blendempfindlichkeit müssen vor der Entscheidung offen besprochen werden.

Präoperative Diagnostik

Zusätzlich zur gesetzlichen Versorgung bieten wir vor der Kataraktoperation eine erweiterte präoperative Diagnostik an. Die erweiterte Diagnostik dient einer genaueren Operationsplanung, einer besseren individuellen Beratung und einer realistischen Einschätzung des zu erwartenden Sehergebnisses.

*die präoperativen Diagnostik wird auf Grundlage definierter
GOÄ Positionen berechnet. Weitere Informationen in unserem FAQ

160,00 Euro

gilt für beide Augen zusammen

Die Kosten werden vorab schriftlich erläutert. Die Entscheidung für diese zusätzliche Diagnostik ist freiwillig und wird klar von der gesetzlichen Versorgung abgegrenzt. Die medizinisch notwendige Kataraktoperation ist nicht davon abhängig, dass eine freiwillige Zusatzdiagnostik oder eine besondere Linse gewählt wird.

Optische Biometrie

Die optische Biometrie dient der präzisen Vermessung des Auges und unterstützt die Berechnung der Kunstlinse sowie der angestrebten Zielrefraktion.

Makula OCT

Das Makula OCT ist eine hochauflösende Schnittbildaufnahme der Netzhautmitte. Es hilft zu erkennen, ob Veränderungen der Makula vorliegen, die das spätere Sehergebnis beeinflussen könnten.

Hornhaut Topographie und Hornhaut Tomographie

Diese Untersuchungen zeigen Form, Regelmäßigkeit und Krümmung der Hornhaut. Das ist besonders wichtig, wenn eine Hornhautverkrümmung besteht oder wenn eine individuelle Linsenoption geprüft werden soll.

Endothelzellmessung

Die Endothelzellmessung beurteilt die Zellschicht an der Innenseite der Hornhaut. Sie hilft einzuschätzen, ob die Hornhaut über ausreichende Reserven verfügt und ob ein erhöhtes Risiko für eine verzögerte Hornhautaufklarung nach der Operation bestehen könnte.

Ihre Augen sind unser Anliegen

Wir beantworten Ihre Fragen

Es gibt keinen Unterschied. Katarakt ist der medizinische Fachbegriff, Grauer Star die geläufige deutsche Bezeichnung.
Es gibt keinen Unterschied. Katarakt ist der medizinische Fachbegriff, Grauer Star die geläufige deutsche Bezeichnung.
Eine bereits relevante Linsentrübung lässt sich nicht durch Tropfen dauerhaft beseitigen. Wenn das Sehen deutlich beeinträchtigt ist, ist die Operation die wirksame Behandlung.
Es gibt keinen Unterschied. Katarakt ist der medizinische Fachbegriff, Grauer Star die geläufige deutsche Bezeichnung.

Die passende Linse ist keine reine Komfortentscheidung. Sie hängt immer vom medizinischen Befund und von Ihren persönlichen Sehgewohnheiten ab.

Wir berücksichtigen insbesondere:

  1. Stärke und Regelmäßigkeit einer Hornhautverkrümmung
  2. Zustand der Netzhautmitte
  3. Zustand der Hornhaut
  4. Pupillengröße und Blendempfindlichkeit
  5. Berufliche Anforderungen, zum Beispiel Bildschirmarbeit oder Autofahren
  6. Freizeit, Sport, Lesen und Handarbeit
  7. Wunsch nach Brillenunabhängigkeit
  8. Bereitschaft, mögliche optische Nebenwirkungen zu akzeptieren


Eine Premiumlinse ist nicht automatisch die bessere Linse. Sie ist nur dann sinnvoll, wenn der optische Zusatznutzen zum Auge, zum Alltag und zu den Erwartungen passt.

Nein. Eine Premiumlinse bietet bestimmte optische Zusatzfunktionen, ist aber nicht für jedes Auge geeignet. Entscheidend ist, ob der Zusatznutzen medizinisch und optisch sinnvoll ist.
Das hängt von der gewählten Linse und vom individuellen Auge ab. Bei monofokalen Linsen wird häufig weiterhin eine Brille für Nähe oder Zwischenbereich benötigt. EDOF oder multifokale Linsen können die Brillenabhängigkeit reduzieren, garantieren aber keine vollständige Brillenfreiheit.
Die erweiterte präoperative Diagnostik kostet bei uns 160,00 Euro für beide Augen zusammen. Sie ist freiwillig und wird vorab transparent erläutert.
Ja. Eine medizinisch notwendige Kataraktoperation wird nicht davon abhängig gemacht, dass eine freiwillige Zusatzdiagnostik oder eine Premiumlinse gewählt wird.

GOÄ steht für Gebührenordnung für Ärzte. Darin ist festgelegt, wie bestimmte ärztliche Leistungen abgerechnet werden. Wenn eine Untersuchung nicht automatisch von der Krankenkasse übernommen wird, kann sie auf Grundlage der GOÄ privat berechnet werden.

Bei der erweiterten präoperativen Diagnostik bedeutet das: Die einzelnen Messungen und Untersuchungen werden transparent nach festgelegten GOÄ-Positionen aufgeschlüsselt. Vor der Durchführung erhalten Sie eine verständliche Kosteninformation und können in Ruhe entscheiden, ob Sie die zusätzliche Diagnostik wünschen.

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