Hornhaut stabilisieren & heilen

Ambulante Hornhautoperationen

Die Hornhaut ist das klare Fenster des Auges und trägt wesentlich zur Sehschärfe bei. Wird sie instabil, verletzt oder dauerhaft getrübt, können Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und eine deutliche Sehverschlechterung entstehen. Wir behandeln ausgewählte Hornhauterkrankungen ambulant und begleiten die Heilung engmaschig.

Dr. med. Claudia Mahraun, F.E.B.O.
Ihre Ansprechpartnerin für Hornhauterkrankungen

Dr. med. Claudia Mahraun, F.E.B.O.

Frau Dr. Mahraun betreut in unserem ärztlichen Team den Schwerpunkt Hornhaut – insbesondere die ambulante operative Behandlung von Hornhauterkrankungen. Sie begleitet Patientinnen und Patienten von der sorgfältigen Diagnostik und persönlichen Behandlungsplanung bis zum Eingriff und der anschließenden Nachsorge.

Zu ihrem operativen Spektrum gehören insbesondere das corneale Crosslinking bei fortschreitendem Keratokonus, Hornhautabrasionen bei ausgewählten Erkrankungen der Hornhautoberfläche sowie die nahtlose Versorgung mit Amnionmembran. Dabei stimmt sie jede Behandlung individuell auf den Befund und die Bedürfnisse der Patientin oder des Patienten ab.

Unser ärztliches Team
Unser Behandlungsspektrum

Nicht jede Hornhauterkrankung braucht dasselbe Verfahren.

Die Hornhaut bündelt einen großen Teil des einfallenden Lichts. Schon kleine Unregelmäßigkeiten können deshalb die Abbildungsqualität spürbar verändern. Gleichzeitig ist ihre Oberfläche sehr schmerzempfindlich: Ein oberflächlicher Defekt kann starke Beschwerden verursachen.

In unserer Praxis bieten wir drei unterschiedliche ambulante Behandlungswege an: das corneale Crosslinking zur Stabilisierung eines fortschreitenden Keratokonus, die Hornhautabrasion bei ausgewählten oberflächlichen Veränderungen und die nahtlose Amnionmembran-Versorgung zur Unterstützung schwieriger Heilungsverläufe.

Welche Behandlung sinnvoll ist, richtet sich nach Ursache, Tiefe, Lage und Aktivität der Veränderung. Häufig gehen einem Eingriff konservative Behandlungen mit Tränenersatzmitteln, Salben, entzündungshemmenden oder antimikrobiellen Medikamenten voraus.

Drei gezielte Verfahren

Was wir an der Hornhaut machen.

Die Verfahren verfolgen verschiedene Ziele: stabilisieren, krankhaftes Oberflächengewebe entfernen oder die Heilung schützen und unterstützen.

01
Keratokonus stabilisieren

Corneales Crosslinking

Was ist Keratokonus?

Beim Keratokonus wird die Hornhaut zunehmend dünner und wölbt sich unregelmäßig nach vorne. Dadurch entstehen eine unregelmäßige Hornhautverkrümmung, verzerrtes oder schwankendes Sehen, Doppelkonturen und erhöhte Blendempfindlichkeit. Oft sind beide Augen unterschiedlich stark betroffen.

Was bewirkt das Crosslinking?

Riboflavin (Vitamin B2) und genau dosiertes UVA-Licht lösen zusätzliche Verbindungen im Hornhautgewebe aus. Diese Quervernetzung erhöht die mechanische Festigkeit. Ziel ist in erster Linie, das Fortschreiten der Verformung zu verlangsamen oder aufzuhalten – nicht eine garantierte Verbesserung der Sehschärfe.

Für wen kommt es infrage?

Vor allem für Menschen mit nachgewiesen fortschreitendem Keratokonus oder einer anderen geeigneten Hornhautektasie. Dazu vergleichen wir Hornhautform, Krümmung, Dicke und Sehwerte im Verlauf. Bei sehr dünner Hornhaut, ausgeprägten Narben, aktiver Entzündung oder einer gestörten Wundheilung muss besonders sorgfältig abgewogen oder anders behandelt werden.

Wie läuft der Eingriff ab?

Nach örtlicher Betäubung mit Augentropfen wird beim bewährten Epi-off-Verfahren die oberste Zellschicht vorsichtig entfernt. Die Hornhaut wird mit Riboflavin benetzt und anschließend kontrolliert mit UVA-Licht bestrahlt. Zum Schutz der neuen Oberfläche wird meist eine Verbandkontaktlinse eingesetzt.

Gut zu wissen

In den ersten Tagen sind Schmerzen, Fremdkörpergefühl, Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit und verschwommenes Sehen häufig. Die Oberfläche heilt in der Regel innerhalb weniger Tage; die endgültige Stabilisierung und Beurteilung benötigen deutlich länger. Brille oder Kontaktlinsen können weiterhin notwendig sein.

02
Oberfläche erneuern

Hornhautabrasion

Wann behandeln wir damit?

Eine Abrasion kann bei wiederkehrenden Hornhauterosionen sinnvoll sein, wenn die oberste Zellschicht nicht stabil am Untergrund haftet und konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Typisch sind plötzlich starke Schmerzen beim Aufwachen, Tränenfluss, Lichtscheu und zeitweise unscharfes Sehen. Auch bestimmte oberflächliche Trübungen oder Ablagerungen können so behandelt werden.

Was geschieht dabei?

Unter örtlicher Betäubung entfernen wir die krankhaft veränderte oder schlecht haftende oberste Gewebeschicht kontrolliert. Die gesunden Zellen können anschließend eine glattere und stabilere Oberfläche bilden. Je nach Befund kann die Behandlung durch ein Glätten der obersten Hornhautschicht ergänzt werden.

Was gilt bei bandförmiger Hornhautdegeneration?

Hier lagern sich Kalziumsalze oberflächlich in der Hornhaut ab. Wenn sie die Sehachse beeinträchtigen oder Beschwerden verursachen, können sie nach genauer Beurteilung mechanisch entfernt und gegebenenfalls mit einer speziellen EDTA-Lösung gelöst werden. Die Ursache der Ablagerung muss zusätzlich berücksichtigt werden.

Wie heilt die Oberfläche?

Meist wird eine weiche Verbandkontaktlinse eingesetzt. Verordnete Tropfen schützen vor Infektionen, lindern Entzündungen und unterstützen die Heilung. Bis die Oberfläche geschlossen ist, sind Schmerzen und unscharfes Sehen möglich. Trotz erfolgreicher Behandlung können Erosionen oder Ablagerungen erneut auftreten.

Ziel der Behandlung

Eine belastbare, möglichst glatte Hornhautoberfläche, weniger wiederkehrende Schmerzen und – bei optisch wirksamen oberflächlichen Trübungen – eine bessere Sehqualität. Das erreichbare Ergebnis hängt davon ab, wie tief die Veränderung reicht.

03
Regeneration unterstützen

Nahtlose Amnionmembran-Versorgung

Was ist eine Amnionmembran?

Die Amnionmembran ist eine sehr dünne, sorgfältig aufbereitete und kontrollierte Gewebeschicht aus einer gespendeten Plazenta. In der Augenheilkunde dient sie als biologische Schutz- und Heilungsmatrix. Sie unterstützt die Neubildung der Hornhautoberfläche und kann Entzündungs- und Narbenreaktionen dämpfen.

Wann setzen wir sie ein?

Zum Beispiel bei hartnäckigen epithelialen Defekten, ausgeprägten oberflächlichen Verletzungen, sterilen Hornhautgeschwüren oder anderen schweren Störungen der Augenoberfläche. Entscheidend ist immer, gleichzeitig die Ursache zu behandeln – etwa Trockenheit, Entzündung, Infektion, mangelnden Lidschluss oder eine gestörte Hornhautsensibilität.

Wie funktioniert die nahtlose Versorgung?

Die Membran wird direkt auf der betroffenen Hornhaut positioniert und ohne chirurgische Naht gehalten. Sie wirkt vorübergehend wie ein biologischer Verband. Welches System verwendet wird und wie lange es am Auge bleibt, hängt vom Befund und vom Heilungsverlauf ab.

Was kann die Behandlung leisten?

Sie kann Schmerzen lindern, die empfindliche Oberfläche schützen und die Epithelheilung fördern. Sie ersetzt jedoch kein gesundes Hornhautgewebe und garantiert keine vollständige Heilung. Bei tiefen Defekten, Infektionen oder drohender Hornhautperforation können weitere oder dringlichere Maßnahmen notwendig sein.

Während der Behandlung

Die Sicht kann durch Membran und Haltesystem vorübergehend deutlich verschwommen sein. Engmaschige Kontrollen zeigen, ob der Defekt kleiner wird, die Membran richtig liegt und die zugrunde liegende Erkrankung ausreichend behandelt ist.

Diagnostik vor Therapie

Wir behandeln den Befund – und seine Ursache.

Eine genaue Untersuchung entscheidet, ob ein Eingriff notwendig ist und welches Verfahren die beste Aussicht auf Stabilisierung oder Heilung bietet.

01

Sehschärfe & Vorgeschichte

Wir erfassen Beschwerden, frühere Verletzungen und Operationen, Kontaktlinsen, Augentropfen sowie den bisherigen Verlauf. Sehschärfe und Brillenwerte zeigen, wie stark das Sehen beeinträchtigt ist.

02

Spaltlampen-Untersuchung

Unter dem Mikroskop beurteilen wir Hornhautoberfläche, Trübungen, Narben, Entzündungszeichen und die Tiefe einer Veränderung. Mit Fluoreszein werden selbst kleine Defekte sichtbar.

03

Hornhautvermessung

Topografie beziehungsweise Tomografie bildet Form und Wölbung der Hornhaut ab. Die Pachymetrie misst ihre Dicke – besonders wichtig bei Keratokonus und vor einem Crosslinking.

04

Individueller Behandlungsplan

Wir prüfen, ob zunächst Tropfen, Salben oder eine Verbandkontaktlinse ausreichen oder ob ein ambulanter Eingriff sinnvoll ist. Nutzen, Grenzen, Alternativen und Nachsorge besprechen wir persönlich.

Nach dem Eingriff

Heilung braucht Schutz und Kontrollen.

Nach einer Hornhautbehandlung erhalten Sie einen individuellen Tropfen- und Kontrollplan. Bitte reiben Sie das Auge nicht und verwenden Sie Medikamente genau wie besprochen. Solange die Oberfläche nicht sicher geschlossen ist, sollten kein Wasser, Make-up oder Schmutz ins Auge gelangen. Schwimmen, Sauna, Kontaktsport und das Tragen eigener Kontaktlinsen pausieren Sie entsprechend unserer Empfehlung.

Eine Verbandkontaktlinse darf nicht selbst entfernt oder wieder eingesetzt werden. Termine zur Kontrolle sind wichtig, auch wenn die Beschwerden bereits nachlassen. Bei Crosslinking beurteilen wir die Hornhaut zusätzlich längerfristig durch wiederholte Vermessungen.

Bitte sofort abklären lassen

Zunehmende Schmerzen, stärker werdende Rötung, eitriges Sekret oder eine plötzliche Sehverschlechterung können auf eine Komplikation hinweisen. Melden Sie sich umgehend bei uns oder außerhalb unserer Erreichbarkeit bei einem augenärztlichen Notdienst.

Nutzen, Grenzen & Risiken

Was Sie vor der Entscheidung wissen sollten.

Kein Eingriff ist frei von Risiken. Die persönliche Aufklärung richtet sich nach Diagnose, Verfahren und Ausgangsbefund.

Vorübergehende Beschwerden

  • Schmerzen, Brennen oder Fremdkörpergefühl
  • Lichtempfindlichkeit und Tränenfluss
  • verschwommenes oder schwankendes Sehen
  • Rötung und verzögerte Oberflächenheilung

Mögliche Komplikationen

  • Infektion oder sterile Entzündungsreaktion
  • Hornhauttrübung beziehungsweise Narbenbildung
  • erneute Erosion, Ablagerung oder fortschreitende Erkrankung
  • selten eine dauerhafte Verschlechterung der bestkorrigierten Sehschärfe

Warum Nachsorge wichtig ist

  • frühes Erkennen einer Wundheilungsstörung
  • Kontrolle von Verbandkontaktlinse oder Amnionmembran
  • Anpassung von Tropfen und Oberflächentherapie
  • langfristige Vermessung nach Crosslinking
Häufige Fragen

Orientierung vor der Untersuchung.

Die Antworten geben einen allgemeinen Überblick. Die persönliche Empfehlung ist erst nach einer vollständigen Untersuchung möglich.

Verbessert ein Crosslinking automatisch meine Sehschärfe?

Das Hauptziel ist die Stabilisierung einer fortschreitenden Hornhautverformung. Die Sehschärfe kann sich im Verlauf verändern oder verbessern, das lässt sich aber nicht versprechen. Brille oder formstabile Kontaktlinsen können weiterhin notwendig sein.

Warum wird beim Crosslinking die Hornhautoberfläche entfernt?

Beim etablierten Epi-off-Verfahren wird die oberste Zellschicht vorübergehend entfernt, damit Riboflavin gleichmäßig in die Hornhaut eindringen kann. Danach schützt meist eine Verbandkontaktlinse die Oberfläche, bis sie sich erneuert hat.

Ist eine Hornhautabrasion dasselbe wie Augenlasern?

Nein. Bei der Abrasion wird krankhaft verändertes oder schlecht haftendes oberflächliches Gewebe gezielt entfernt. Sie dient der Heilung der Oberfläche oder der Entfernung oberflächlicher Ablagerungen – nicht der üblichen Korrektur von Dioptrien.

Kann eine Hornhauterosion wiederkommen?

Ja. Auch nach einer Behandlung sind Rückfälle möglich, weil die zugrunde liegende Haftungsstörung oder Erkrankung bestehen kann. Eine sorgfältige Nachbehandlung der Augenoberfläche hilft, das Risiko zu verringern.

Was ist eine Amnionmembran?

Sie wird aus sorgfältig aufbereitetem und kontrolliertem menschlichem Plazentagewebe gewonnen. Als biologische Schutzschicht kann sie die Regeneration der Hornhautoberfläche unterstützen und Entzündungsreaktionen dämpfen.

Wie wird die nahtlose Amnionmembran eingesetzt?

Die Membran wird auf die betroffene Hornhaut gelegt und ohne chirurgische Naht am Auge gehalten. Das genaue System und die Tragedauer richten sich nach Art und Ausmaß des Defekts. Währenddessen kann die Sicht vorübergehend verschwommen sein.

Wann muss ich mich nach einem Eingriff sofort melden?

Bitte kontaktieren Sie uns oder außerhalb der Sprechzeiten einen augenärztlichen Notdienst unverzüglich bei zunehmenden Schmerzen, stärkerer Rötung, eitrigem Sekret, plötzlicher Sehverschlechterung oder wenn sich eine Verbandkontaktlinse beziehungsweise der Membranträger löst.

Medizinische Grundlagen

Weiterführende Fachinformationen.

Die Inhalte dieser Seite orientieren sich an fachlichen Leitlinien und wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten. Der konkrete Ablauf kann je nach Erkrankung, verwendeter Methode und individuellem Befund abweichen.

Medizinischer Hinweis

Diese Seite ersetzt keine augenärztliche Untersuchung, Diagnose oder persönliche Risikoaufklärung. Plötzlich starke Augenschmerzen, eine akute Sehverschlechterung oder eine Verletzung des Auges müssen unverzüglich augenärztlich beurteilt werden.

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