Corneales Crosslinking
Was ist Keratokonus?
Beim Keratokonus wird die Hornhaut zunehmend dünner und wölbt sich unregelmäßig nach vorne. Dadurch entstehen eine unregelmäßige Hornhautverkrümmung, verzerrtes oder schwankendes Sehen, Doppelkonturen und erhöhte Blendempfindlichkeit. Oft sind beide Augen unterschiedlich stark betroffen.
Was bewirkt das Crosslinking?
Riboflavin (Vitamin B2) und genau dosiertes UVA-Licht lösen zusätzliche Verbindungen im Hornhautgewebe aus. Diese Quervernetzung erhöht die mechanische Festigkeit. Ziel ist in erster Linie, das Fortschreiten der Verformung zu verlangsamen oder aufzuhalten – nicht eine garantierte Verbesserung der Sehschärfe.
Für wen kommt es infrage?
Vor allem für Menschen mit nachgewiesen fortschreitendem Keratokonus oder einer anderen geeigneten Hornhautektasie. Dazu vergleichen wir Hornhautform, Krümmung, Dicke und Sehwerte im Verlauf. Bei sehr dünner Hornhaut, ausgeprägten Narben, aktiver Entzündung oder einer gestörten Wundheilung muss besonders sorgfältig abgewogen oder anders behandelt werden.
Wie läuft der Eingriff ab?
Nach örtlicher Betäubung mit Augentropfen wird beim bewährten Epi-off-Verfahren die oberste Zellschicht vorsichtig entfernt. Die Hornhaut wird mit Riboflavin benetzt und anschließend kontrolliert mit UVA-Licht bestrahlt. Zum Schutz der neuen Oberfläche wird meist eine Verbandkontaktlinse eingesetzt.
In den ersten Tagen sind Schmerzen, Fremdkörpergefühl, Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit und verschwommenes Sehen häufig. Die Oberfläche heilt in der Regel innerhalb weniger Tage; die endgültige Stabilisierung und Beurteilung benötigen deutlich länger. Brille oder Kontaktlinsen können weiterhin notwendig sein.
