Augen schützen

Dass die Haut vor Sonneneinstrahlung geschützt werden muss, weiß jeder. Wie es sich bei den Augen verhält, erklärt Dr. med. Karl-Jürgen Seez, Facharzt für Augenheilkunde in Sigmaringen.

Müssen unsere Augen vor der Sonne geschützt werden?

Ja, denn von allen unseren Sinnen ist der Sehsinn derjenige, welcher einerseits von den Sonnenstrahlen am meisten profitiert, aber andererseits auch am meisten durch sie gefährdet ist. Täglich sind die Augen Sonne, Staub und Wind ausgesetzt. Davor sollte man sie schützen. Zudem gilt das Sehen bei allen Bevölkerungsumfragen als die Wichtigste von allen Sinnesfunktionen.

Welchen Sonnenschutz empfehlen Sie?

Ich empfehle das regelmäßige Tragen einer Sonnenbrille. Am Strand und in größeren Höhen sollten insbesondere ältere Menschen unbedingt eine Sonnenbrille mit Kunststoffgläsern und einem hohen UV- Schutzfilter tragen. Auch spezielle Kontaktlinsen weisen einen geeigneten UV-Schutz auf.

Wie kann die Sonne den Augen schaden?

Insbesondere bei älteren Menschen in der zweiten Lebenshälfte ist die Stelle des schärfsten Sehens, auch Makula genannt, im Zentrum der Netzhaut besonders durch die ultravioletten Anteile des Sonnenlichtes gefährdet. Diese können dort langfristig zu empfindlichen Störungen des Sehens führen. Durchblutungsstörungen an der Makula sind mit rund 65 Prozent die bei Weitem häufigste Ursache für die Erblindung beim Menschen. Bei extremer UV-Strahlung können selten auch vorübergehende Schäden an der Hornhaut auftreten. Mehr Informationen unter www.augeninfo.de > Gesunde Augen

Wie nimmt der Mensch Schäden durch eine entstandene altersbedingte Makulaerkrankung wahr?

Leider wird die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) in der Regel deshalb vom Augenarzt spät diagnostiziert, weil der Betroffene in den Anfangsstadien der Krankheit keinerlei Sehbeeinträchtigung empfindet. Rechtzeitig mit Hilfe des bildgebenden OcT-Verfahrens kann die Therapie dieser Erkrankung beim subjektiv noch völlig beschwerdefreien Patienten einsetzen und die Entwicklung des Vollbildes dieser Krankheit in der Regel verhindern. Wenn der Betroffene allerdings bereits Einschränkungen bemerkt, befindet sich die Erkrankung schon in einem weit fortgeschrittenen Stadium. Dann sind die Chancen für die Ausheilung aufgrund einer bereits massiv stattgefundenen nachhaltigen Schädigung der Zelistrukturen an der zentralen Netzhaut deutlich eingeschränkt. Häufig bewerten Betroffene bereits vorhandene Beschwerden beim Sehen fälschlicherweise als natürliche Alterserscheinung und versäumen es, rechtzeitig einen Augenarzt aufzusuchen.

Übernimmt die AOK die Kosten für die Behandlung?

Die Kosten für die medikamentöse Behandlung am Auge bei feuchter altersbedingter Makulaerkrankung wird bei allen AOK-Versicherten auf der Basis bestehender Versorgungsverträge zwischen Augenärzten und der Gesundheitskasse übernommen. Die Vorsorgeuntersuchungen für die Früherkennung dieser Krankheit darf jedoch nach bestehender Gesetzeslage nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden und muss deshalb vom Augenarzt als Individuelle Gesundheitsleistung abgerechnet werden.

→ Weitere Infos zu Individuellen Gesundheitsleistungen unter www.aok-bw.de

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